ARD-Reportage - Die Story im Ersten: Gekaufte Agrarpolitik? (Sendung vom 29.04.2019)

ARD-Reportage - Die Story im Ersten: Gekaufte Agrarpolitik? (Sendung vom 29.04.2019)

Kurze Zusammenfassung

Dieser Film untersucht die enge Verflechtung zwischen der Agrarindustrie und der Politik in Deutschland und der EU. Er zeigt, wie mächtige Lobbygruppen die Agrarpolitik beeinflussen und wie dies zu Problemen wie der Nitratbelastung des Grundwassers führt. Der Film beleuchtet auch die Rolle von Abgeordneten, die in der Agrarindustrie tätig sind und deren Interessenkonflikte die Glaubwürdigkeit der Demokratie gefährden.

  • Die Agrarpolitik wird stark von Lobbygruppen beeinflusst, die ihre eigenen Interessen durchsetzen.
  • Die Interessenkonflikte von Abgeordneten, die in der Agrarindustrie tätig sind, gefährden die Glaubwürdigkeit der Demokratie.
  • Die Nitratbelastung des Grundwassers ist ein Beispiel für die negativen Folgen der aktuellen Agrarpolitik.

Die Macht der Lobbyisten

Der Film beginnt mit einer Demonstration von Bauern und Umweltverbänden in Brüssel, die sich für eine andere Agrarpolitik einsetzen. Sie fordern, dass Bauern Subventionen erhalten, wenn sie Lebensmittel umweltfreundlich produzieren. Der Film stellt Martin Häusling, einen grünen Europaabgeordneten und Biobauern, vor, der sich seit Jahren für eine ökologische Agrarpolitik einsetzt. Er kritisiert, dass Steuergelder verwendet werden, um indirekt die Industrie zu unterstützen.

Die Agrarpolitik im Fokus

Der Film beleuchtet die Debatte im Europäischen Parlament über die Agrarsubventionen. Albert Dess, ein CSU-Europaabgeordneter und Chef der Bayernland-Molkerei, ist skeptisch gegenüber Investitionen in den Umweltschutz. Er argumentiert, dass eine stärkere ökologische Ausrichtung der Landwirtschaft zu einer Verlagerung der Produktion ins Ausland führen würde. Maria Noichl, eine SPD-Abgeordnete, kritisiert die Verteilung von Steuergeldern ohne Gegenleistung und fordert eine stärkere Berücksichtigung von ökologischen Kriterien.

Die Nitratbelastung des Grundwassers

Der Film zeigt die Folgen der intensiven Tierhaltung für das Grundwasser. Die Nitratbelastung des Grundwassers ist ein ernstes Problem, das zu einer Verschlechterung der Wasserqualität führt. Der Film stellt Egon Harms, einen Hydrologen vom Wasserwerk Oldenburg, vor, der sich seit Jahren mit der Nitratbelastung des Grundwassers beschäftigt. Er kritisiert die mangelnde Bereitschaft der Politik, das Problem anzuerkennen und Lösungen zu finden.

Die Rolle der Abgeordneten

Der Film untersucht die Rolle von Abgeordneten im Agrarausschuss des Bundestages. Er zeigt, wie die Interessen der Agrarindustrie in den Ausschuss hineinwirken und wie dies die Gesetzgebung beeinflusst. Der Film stellt Professor Dr. Friedhelm Taube, einen renommierten Wissenschaftler, vor, der ein Gutachten zur Stickstoffbelastung des Grundwassers erstellt hat. Er kritisiert, dass die wissenschaftlichen Erkenntnisse in der Gesetzgebung nicht berücksichtigt wurden.

Die Verflechtung von Politik und Industrie

Der Film analysiert die Verflechtung von Politik und Industrie im Agrarsektor. Er zeigt, wie Abgeordnete in der Agrarindustrie tätig sind und wie dies ihre Entscheidungen im Parlament beeinflusst. Der Film stellt Guido Nischwitz, einen Wissenschaftler von der Universität Bremen, vor, der die Abhängigkeiten im Agrarsektor untersucht hat. Er kritisiert die Multifunktionalität von Abgeordneten, die gleichzeitig in der Politik und in der Industrie tätig sind.

Die Lobbyarbeit des Bauernverbandes

Der Film beleuchtet die Lobbyarbeit des Deutschen Bauernverbandes. Er zeigt, wie der Verband eng mit der Industrie vernetzt ist und wie er die Agrarpolitik beeinflusst. Der Film stellt Joachim Rukwied, den Präsidenten des Deutschen Bauernverbandes, vor, der als einer der einflussreichsten Männer in der Agrarbranche gilt. Er kritisiert die enge Verflechtung des Verbandes mit der Industrie.

Die Debatte um die Agrarsubventionen

Der Film zeigt die Debatte im Europäischen Parlament über die Agrarsubventionen. Der EU-Kommissar verteidigt das alte System der Flächenzahlungen, während Martin Häusling und Maria Noichl für eine ökologischere Ausrichtung der Agrarpolitik plädieren. Der Film stellt Albert Dess, einen CSU-Europaabgeordneten, vor, der die Subventionen verteidigt und für eine Steigerung der Produktivität argumentiert.

Die Folgen für die Demokratie

Der Film zeigt die Folgen der engen Verflechtung von Politik und Industrie für die Demokratie. Er kritisiert die Dominanz von Industrieinteressen in den Ausschüssen und fordert mehr Transparenz in der Politik. Der Film stellt Udo Di Fabio, einen ehemaligen Richter am Bundesverfassungsgericht, vor, der für eine selbstkontrolle des Parlaments plädiert. Er fordert einen verhaltenskodex für Abgeordnete, die persönliche finanzielle Interessen haben.

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