Kurze Zusammenfassung
In diesem Video spricht Patricia Coughlin über die Bedeutung der korrekten Einschätzung der Abwehrmechanismen eines Patienten in der ISTDP (Intensive Short-Term Dynamic Psychotherapy). Sie betont, dass die Fokussierung auf Angst allein nicht ausreicht, um angemessene Interventionen zu bestimmen. Stattdessen ist es entscheidend, zwischen Externalisierung, Projektion und Übertragung zu unterscheiden, da diese unterschiedliche diagnostische Bedeutungen haben und unterschiedliche therapeutische Interventionen erfordern.
- Die korrekte Einschätzung der Abwehrmechanismen ist entscheidend für die Wahl der richtigen therapeutischen Intervention.
- Es ist wichtig, zwischen Externalisierung, Projektion und Übertragung zu unterscheiden.
- Projektion beinhaltet Realitätsverzerrungen und das Sehen inakzeptabler Teile von sich selbst in anderen.
- Externalisierung ist häufiger und beinhaltet das Verlagern der Ursache und Lösung von Problemen auf andere.
- Übertragung beinhaltet das Sehen des Therapeuten als eine andere Person aus der Vergangenheit des Patienten.
Einführung
Patricia Coughlin wünscht allen ein frohes neues Jahr und äussert ihre Hoffnung auf einen friedlichen Übergang nach der Amtseinführung von Biden. Sie betont die Bedeutung des Zusammenhalts, insbesondere im Kontext der Coronavirus-Pandemie, und leitet dann zu ihrem Thema über: die diagnostische Bedeutung der korrekten Einschätzung der Abwehrmechanismen eines Patienten in der ISTDP.
Die Bedeutung der Unterscheidung von Abwehrmechanismen
Coughlin äussert ihre Besorgnis darüber, dass sich viele Therapeuten zu sehr auf Angstzeichen konzentrieren und zu schnell zu Gefühlsausdrücken übergehen, selbst wenn der Patient tief in seinen Abwehrmechanismen verankert ist. Sie betont die Notwendigkeit, zwischen Externalisierung, Projektion und Übertragung zu unterscheiden, da diese Begriffe oft vermischt werden. Sie fragt, ob diese Begriffe im klinischen Kontext präzise verwendet werden oder ob sie eher umgangssprachlich oder philosophisch interpretiert werden.
Projektion vs. Externalisierung
Coughlin erklärt, dass Projektion im Sinne von Anna Freud Realitätsverzerrungen beinhaltet. Der Patient sieht einen inakzeptablen Teil von sich selbst in einer anderen Person und glaubt dies auch wirklich. Im Gegensatz dazu beinhaltet Externalisierung, dass Patienten die Ursache und Lösung ihrer Probleme externalisieren oder über andere Menschen und deren Motive spekulieren. Sie gibt ein Beispiel einer Patientin, die über die Motive ihrer Mutter spekuliert, um zu zeigen, wie Externalisierung im therapeutischen Kontext blockiert werden kann, indem man den Fokus auf die eigenen Gefühle des Patienten lenkt.
Projektion vs. Übertragung
Coughlin betont, wie wichtig es ist, zwischen Projektion und Übertragung zu unterscheiden. Wenn ein Patient beispielsweise äussert, dass er sich vom Therapeuten verurteilt fühlt, ist es wichtig, nach Beweisen dafür zu fragen. Die Reaktion des Patienten auf die Klarstellungen des Therapeuten wird zeigen, ob es sich um eine Übertragung handelt (der Patient sieht den Therapeuten als eine andere Person) oder um eine Projektion (der Patient projiziert seine eigenen Gefühle auf den Therapeuten). Die Unterscheidung ist wichtig, da sie zu unterschiedlichen Interventionen führt.
Schlussfolgerung
Coughlin fasst zusammen, dass die Unterscheidung zwischen Externalisierung, Projektion und Übertragung diagnostische Bedeutung hat und zu unterschiedlichen Interventionen führen sollte. Sie hofft, dass ihre Ausführungen dazu beitragen, diese Unterscheidungen klarer zu machen, und lädt zu Fragen und Kommentaren ein. Sie wünscht allen ein frohes neues Jahr und freut sich auf weitere Gespräche im kommenden Jahr.

