Kurze Zusammenfassung
Diese Dokumentation untersucht die bemerkenswerte Anpassungsfähigkeit des menschlichen Gehirns und die Revolution der Sinne. Es werden Fallstudien von Personen vorgestellt, die sensorische Beeinträchtigungen überwunden oder ihre Sinne auf außergewöhnliche Weise geschärft haben. Der Film untersucht die Plastizität des Gehirns, die multisensorische Erfahrung des Geschmacks, das Phänomen der Synästhesie und das Konzept der Interozeption. Abschließend werden die potenziellen zukünftigen Anwendungen der Sinnesforschung hervorgehoben, um das menschliche Erleben zu verbessern.
- Das Gehirn kann sich anpassen und die anderen Sinne verstärken, wenn ein Sinn verloren geht.
- Geschmack ist eine multisensorische Erfahrung, die von Sehen, Hören und anderen Faktoren beeinflusst wird.
- Synästhesie ist eine neurologische Besonderheit, bei der die Stimulation eines Sinnesorgans eine Reaktion in einem oder mehreren anderen Sinnen auslöst.
- Interozeption, die Wahrnehmung des Körperinneren, kann zur Behandlung von Angstzuständen und anderen psychischen Störungen eingesetzt werden.
Intro
Die Sinne des Menschen haben erstaunliche Fähigkeiten, die noch gesteigert werden können. Die Wissenschaft eröffnet eine neue Welt der Sensorik, die erweiterte Wahrnehmung, gesteigerte Leistung, den Sieg über Schmerzen und die Wiedererlangung verlorener Sinne ermöglicht.
Die unglaubliche Revolution unseres Gehirns
Das Gehirn verarbeitet elf Millionen Bits an Informationen pro Sekunde und organisiert und verbessert die Sinneswahrnehmung. Wenn ein Sinn fehlt, erhöht das Gehirn die Funktionalität der anderen. John Bramlett, ein erblindeter Maler, verfeinerte seinen Tastsinn, um seine Finger als Augen zu nutzen. Er ertastet Linien und Farben, die sich unterschiedlich anfühlen. Professor Laurent Cohen erklärt, dass Bramlett mit seinem geistigen Auge sieht, da er das Wissen und die Technik des Sehens noch besitzt. Farbe ist mehr als etwas, das man sieht; sie ist ein Gefühl, eine Emotion. Das Gehirn ist anpassungsfähig und verstärkt die anderen Sinne, wenn einer verloren geht. Dies wird als Plastizität des Gehirns bezeichnet.
Das Gehirn kombiniert Reize aus verschiedenen Sinneswahrnehmungen und interpretiert diese Informationen. Es enthält rund 86 Milliarden Neuronen, die jeweils mit über 100.000 anderen verbunden sein können. Jeder Moment im Leben ist eine multisensorische Erfahrung, bei der Sehen, Gehör, Tastsinn, Geschmack und Geruch zusammenwirken. Professor Charles Spence von der Universität Oxford erklärt, dass Geschmack eine der größten multisensorischen Erfahrungen ist. Die Gastrophysik, ein neues Forschungsgebiet, untersucht die Wissenschaft vom Essen und wie alle Sinne eine Rolle spielen. Koch Josef Youssef entführt experimentierwillige Esser in seinem Londoner Kochstudio in die Welt der neuen Entdeckungen und kombiniert Sinneseindrücke, um kulinarische Erlebnisse zu verstärken.
Synästhetiker erleben die Reizung eines Sinnesorgans, die eines oder mehrere andere miterregt. Lydell Simpson, der fast taub ist, hört den ganzen Tag eine Melodie in seinem Kopf und übersetzt alles, was er sieht, spürt, schmeckt oder riecht, in Klang. Professor Jamie Ward erforscht die Sinneswahrnehmung von Synästhetikern und stellt fest, dass sie die normale Welt auf erstaunliche Weise erleben. Menschen mit Mirror-Touch-Synästhesie, wie Carolyn Hart, spüren die Schmerzen ihrer Patienten an derselben Stelle ihres eigenen Körpers. Als Massagetherapeutin hat sie Vorteile bei der Diagnose, da ihr erweiterter Tastsinn es ihr ermöglicht, Bereiche zu erkennen, in denen das Gewebe verklebt ist.
Obwohl das Gehirn leistungs- und anpassungsfähig ist, hat es seine Grenzen und kann von Sinneseindrücken überflutet werden. Dr. Sahib Karlsar und Dr. Justin Feinstein erforschen Patienten mit Angstzuständen und posttraumatischen Belastungsstörungen. Sie nutzen den Floatingpool, um die Sinneswahrnehmungen zu reduzieren und die Interozeption, die Innenwahrnehmung, zu fördern. Die Patienten berichten von einem Gefühl, wieder Zugang zum eigenen Körper bekommen zu haben. Die Wissenschaftler versuchen, mit Bildern des Gehirns zu beantworten, was dabei im Gehirn passiert.
Eric Ryanair, ein blinder Bergsteiger, hat die höchsten Gipfel aller Kontinente bestiegen. Er verlässt sich auf seine Ohren und seinen Tastsinn, um sich in den Bergen zu orientieren. Er betont die Bedeutung von Vorbereitung und Konzentration. Ryanair hat die No Barriers Foundation gegründet, um andere zu ermutigen, ihre Grenzen zu erweitern. Er hat diese Philosophie auch Mandy Harvey weitergegeben, einer tauben Sängerin, die durch Vibrationen und Sichtkontakt mit ihrer Band singt und auftritt. Sie konzentriert sich auf die Schwingungen ihrer Stimmbänder und die Bedeutung der Songs.
Abspann
Die menschlichen Sinne sind eine Kraft, die die Persönlichkeit formt und sie mit anderen Menschen verbindet. Es gibt viele Wege, die Welt zu erleben, und das Gehirn ist anpassungsfähig. Die Wissenschaft vermisst heutzutage die Bedeutung und das Potenzial der Sinne neu, um neue Erfahrungswelten zu erschließen.

