Limit-Orders funktionieren anders als du denkst - Orderflowtrading lernen

Limit-Orders funktionieren anders als du denkst - Orderflowtrading lernen

Kurze Zusammenfassung

Das Video erklärt, wie Limit-Orders an verschiedenen Märkten (Futures, Aktien) gefüllt werden und widerlegt die Annahme, dass das FIFO-Prinzip (First In, First Out) immer gilt. Es werden die Rollen von Market Makern (LMMs und DMMs) und deren Prioritäten bei der Orderausführung erläutert. Abschließend wird die Funktionsweise der Matching Engine und die Bedeutung des Verständnisses dieser Mechanismen für Trader zusammengefasst.

  • Limit-Orders werden nicht immer nach dem FIFO-Prinzip ausgeführt.
  • Market Maker (LMMs und DMMs) haben Priorität bei der Orderausführung, um Liquidität sicherzustellen.
  • Die Matching Engine folgt strikten Regeln, die je nach Markt variieren können (FIFO, Pro Rata, LMM-Priorität).

Einführung in Limitorders und ihre Komplexität

Das Video beginnt mit einer Einführung in das Thema Limitorders und die damit verbundenen potenziellen Missverständnisse. Viele Trader gehen davon aus, dass ihre Limitorder gefüllt wird, wenn genügend Marketorders vorhanden sind und andere Orders hinter ihnen gefüllt wurden. Das Video verspricht Aufklärung über die Realität bei Futures und Aktienmärkten und berührt kurz das Thema Optionen.

Das Geschäftsmodell von Börsen und die Rolle der Market Maker

Eine Börse ist ein Unternehmen, dessen Produkt Liquidität ist. Um diese Liquidität sicherzustellen, arbeiten Börsen mit Market Makern zusammen. Es gibt zwei Arten von Market Makern: Lead Market Maker (LMMs) und Designated Market Maker (DMMs). Diese Market Maker haben die Aufgabe, Liquidität bereitzustellen und erhalten im Gegenzug eine Execution Priority, was bedeutet, dass das Matching nicht rein nach Zeit erfolgt.

Unterschiede zwischen Designated Market Makern (DMMs) und Lead Market Makern (LMMs)

Der Hauptunterschied zwischen DMMs und LMMs liegt in der Marktstruktur (Aktien vs. Derivate) und der Art, wie sie im Orderbuch privilegiert werden. DMMs sind an der New York Stock Exchange (NYSE) tätig und haben eine hybride Rolle, die sowohl elektronische als auch manuelle Eingriffe umfasst. Ihre Hauptaufgabe ist die Preisfindung bei der Eröffnung und Schließung des Marktes und die Sicherstellung eines geordneten Handels. LMMs hingegen sind in rein elektronischen Terminmärkten wie der CME und Eurex tätig und konzentrieren sich auf Futures und Optionen. Sie stellen elektronisch Quotes bereit und haben keine manuelle Komponente.

Pflichten und Privilegien von DMMs an der New York Stock Exchange

DMMs müssen sicherstellen, dass der Markt auch bei hoher Volatilität funktioniert und als Puffer gegen Panik dienen. An der NYSE gilt oft das Parity-Prinzip, was bedeutet, dass DMMs, die am Best Bit oder Best Offer teilnehmen, nicht hinten anstehen müssen, sondern mit anderen Orders auf dem Preislevel gleichgestellt werden und einen garantierten Anteil am Volumen erhalten.

Funktionsweise und Pflichten von LMMs in Terminmärkten

LMMs verpflichten sich vertraglich, einen Spread innerhalb bestimmter Grenzen zu stellen und eine Mindestgröße von Kontrakten zu handeln. Sie haben ein Privileg, bei dem sie bei aggressiven Orders am besten Preis eine prozentuale Zuteilung (z.B. 40%) erhalten, bevor der Rest des Orderbuchs bedient wird. Dies bedeutet, dass Retailer in vielen Futures-Märkten gegen LMM-Algorithmen ankämpfen.

Die Matching Engine: Das Herzstück der Börse

Die Matching Engine ist die Software, die Kauf- und Verkaufsaufträge zusammenführt. Sie folgt einem strikten, deterministischen Regelwerk und denkt nicht nach. Es gibt drei wichtige Aspekte: Das Grundgesetz (Preis schlägt alles), FIFO (First In, First Out) und Pro Rata.

Die drei Hauptlogiken der Matching Engine: FIFO, Pro Rata und LMM-Priorität

FIFO bedeutet, dass derjenige, der zuerst im Orderbuch steht, zuerst bedient wird. Pro Rata bedeutet, dass die Größe der Order vor der Zeit zählt und der Fill proportional zur Größe der Limitorder verteilt wird. LMM-Priorität bedeutet, dass Market Maker mit Quotepflicht am Preis beteiligt sind und einen bestimmten Prozentsatz der eingehenden Order erhalten, bevor FIFO oder Pro Rata greifen.

Die Wasserfallogik: Kombinationen von Matching-Algorithmen

Börsen nutzen oft Kombinationen von Matching-Algorithmen, die wie ein Wasserfall funktionieren. Zuerst wird geprüft, ob ein LMM am besten Preis beteiligt ist. Wenn ja, erhält dieser einen bestimmten Prozentsatz der Order. Dann wird geprüft, ob es eine Top Order Allocation gibt, bei der die erste Order, die den neuen Preis gesetzt hat, einen bestimmten Block an Market Orders zugewiesen bekommt. Schließlich werden die verbleibenden Orders entweder nach Pro Rata oder FIFO verteilt.

Warum Börsen so komplizierte Regeln haben und was das für Trader bedeutet

Market Maker übernehmen das Risiko, in schnellen Märkten das Messer zu fangen. Der Vorzug im Orderbuch ist die Bezahlung für dieses Risiko. Für Trader bedeutet dies, dass passive Orders schwächer sind als angenommen und man sich nicht darauf verlassen sollte, dass man der nächste ist, der eine Market Order erhält. Jumping the queue durch Allocation ist normal.

Fazit und Empfehlungen für Trader

In Märkten mit starker Market Maker Bevorzugung ist es oft besser, aggressive Orders zu nutzen, um sicher in den Markt zu kommen, statt passiv auf einen Fill mit einer Limitorder zu hoffen. Wenn der Preis dein Limit berührt und du keinen Fill bekommst, war das keine Manipulation, sondern ein Market Maker hat seinen vertraglichen Anteil zuerst bekommen.

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