Kurze Zusammenfassung
Das Video analysiert die Aktie von ServiceNow, die trotz starkem Umsatzwachstum und hoher Margen unter Druck geraten ist. Es werden sowohl charttechnische Aspekte als auch fundamentale Daten betrachtet, um zu beurteilen, ob der Kursrückgang gerechtfertigt ist. Abschließend wird die langfristige Perspektive des Unternehmens im Kontext des sich wandelnden KI-Marktes diskutiert.
- Charttechnische Analyse zeigt deutliche Verluste und fehlende Gegenwehr.
- Fundamentale Daten zeigen starkes Umsatzwachstum und hohe Margen, aber auch steigende Vertriebskosten und aktienbasierte Vergütungen.
- Langfristige Perspektive ist unsicher, da der KI-Markt sich wandelt und Wettbewerbsdruck herrscht.
Intro
Der Ausverkauf von Software- und KI-Aktien betrifft auch große Unternehmen wie ServiceNow. Die Aktie, die vor einigen Monaten noch gefeiert wurde, steht nun unter Druck. In diesem Video wird untersucht, ob dies gerechtfertigt ist. Es ist der Beginn einer Serie, die Software- und KI-Aktien genauer betrachtet, um Gewinner, Verlierer und Bedrohungen zu identifizieren.
Servicenow Aktie Chart
Der Aktienchart von ServiceNow zeigt im letzten Monat einen Verlust von 15 %, insbesondere Ende Januar ein deutlicher Fall von 130 US-Dollar auf 113-115 US-Dollar. Aktuell gibt es eine kleine Stabilisierungsphase bei 105-110 US-Dollar. In den letzten sechs Monaten beträgt der Verlust fast 40 %, ausgehend von 191 US-Dollar am 30. Oktober. Es gab kaum Gegenwehr bei den Verkäufen. Innerhalb des letzten Jahres ist die Aktie um 46 % gefallen und hat die Gewinne der letzten fünf Jahre komplett abgegeben, was ungewöhnlich ist, da ServiceNow heute ein anderes Unternehmen ist als 2021.
Servicenow Aktie Fundamental
Die fundamentalen Daten von ServiceNow zeigen ein starkes Wachstum. Der Umsatz hat sich von unter 6 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf mehr als das Doppelte im Jahr 2025 erhöht. Die Wachstumsraten liegen bei 21-23 %. Die Bruttomarge erreichte 2024 einen Höchstwert von 79 % und liegt 2025 bei 77 %. Investing Pro gibt einen durchschnittlichen fairen Wert von 151 US-Dollar an, was ein Aufwärtspotenzial von 41 % bedeutet. Die Aktie ist also unterbewertet.
Software im Crash
Die Aktie ist unter Druck geraten, weil sie bereits weit gelaufen war und viel Hoffnung auf endloses Wachstum eingepreist war. ServiceNow galt als KI-Player mit hohen Margen und einer starken Vision. Solche Aktien sind zur Perfektion verdammt und reagieren empfindlich auf Korrekturen. Zukäufe von Cyburity (Armis Security) und KI-Agentenlösungen (Moveworks) wurden getätigt, aber der Markt hinterfragte, ob ServiceNow dadurch ins Hintertreffen gerät. Das Narrativ der KI-Story hat sich gedreht, weg von den KI-Profiteuren hin zu der Frage, ob Softwareunternehmen obsolet werden könnten.
Schwachpunkte
Die Vertriebs- und Marketingausgaben sind in den letzten Jahren stark gestiegen, von 2,3 Milliarden US-Dollar im Jahr 2021 auf 4,4 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025. Dies deutet auf einen hohen Konkurrenzdruck hin. Das Nettoergebnis hat sich seit 2023 bei 1,7 Milliarden US-Dollar stabilisiert, ohne weitere Gewinnsprünge. Die aktienbasierten Vergütungen sind von 1 Milliarde US-Dollar im Jahr 2021 auf 2 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 gestiegen, was 15 % des Umsatzes entspricht. Dies könnte bedeuten, dass Mitarbeiter motiviert und gehalten werden sollen, was auf einen Kampf um die besten Köpfe hindeutet.
Langfristige Sicht
ServiceNow ist ein wachstumsstarkes Unternehmen, aber die Gewinn- und Verlustrechnung sowie der Free Cashflow zeigen, dass es nicht einfach ist. Es herrscht Druck, Produkte zu verkaufen und die besten Mitarbeiter zu gewinnen. Die Aktie ist trotz des Kursrückgangs nicht günstig. Die Marktstimmung ist negativ und es gibt einen Shift von Highflyer-KI- und Softwareaktien hin zu Value. ServiceNow ist einer der aussichtsreichsten Kandidaten in einem wettbewerbsintensiven Umfeld und hat gute Chancen, langfristig dabei zu bleiben, wenn sie ihre Karten richtig ausspielen. Es ist jedoch keine sichere Sache und die Volatilität ist hoch. Es ist wichtig, die Quartalszahlen und Kennzahlen genau zu beobachten.

