We should all be feminists | Chimamanda Ngozi Adichie | TEDxEuston

We should all be feminists | Chimamanda Ngozi Adichie | TEDxEuston

Kurze Zusammenfassung

Chimamanda Ngozi Adichie spricht über Geschlechterrollen und Feminismus im Kontext von Nigeria und Afrika. Sie betont, dass Geschlechterrollen einschränkend wirken und sowohl Frauen als auch Männer negativ beeinflussen. Sie fordert dazu auf, Töchter und Söhne anders zu erziehen, um eine gerechtere Welt zu schaffen, in der Menschen sich selbst treu sein können. Sie definiert Feminismus als den Glauben an die soziale, politische und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter und ermutigt dazu, das Wort zurückzuerobern und aktiv an der Lösung von Geschlechterproblemen zu arbeiten.

  • Geschlechterrollen schränken ein und beeinflussen Männer und Frauen negativ.
  • Erziehung spielt eine entscheidende Rolle bei der Veränderung von Geschlechterstereotypen.
  • Feminismus bedeutet der Glaube an die Gleichheit der Geschlechter und die aktive Arbeit an der Lösung von Geschlechterproblemen.

Einführung

Chimamanda Ngozi Adichie bedankt sich bei ihrem Bruder Chuks und ihrem Freund Ike für die Einladung und drückt ihre Freude aus, vor einem Publikum zu sprechen, dem Afrika am Herzen liegt. Sie erwähnt ihre Nichte Kamzia Adichie, die im Publikum sitzt.

Okuloma und die Definition von Feminismus

Adichie erzählt von ihrem Freund Okuloma, der sie als Teenager als Feministin bezeichnete, obwohl sie die Bedeutung des Wortes damals nicht kannte. Später wurde ihr geraten, sich nicht als Feministin zu bezeichnen, da dies Unglück und fehlende Ehemänner bedeuten würde. Sie beschloss daraufhin, sich als "glückliche Feministin" zu bezeichnen.

Kindheitserfahrungen und Ungleichheit

Adichie berichtet von einer Erfahrung in der Grundschule, als sie als beste Schülerin nicht Klassensprecherin werden durfte, weil sie ein Mädchen war. Sie erzählt von ihrem Freund Louis, der Schwierigkeiten hatte, die Ungleichheiten zwischen Männern und Frauen zu erkennen, bis er Zeuge einer Situation wurde, in der ein Parkwächter Trinkgeld von ihr entgegennahm, sich aber bei Louis bedankte, weil er annahm, dass das Geld von ihm stammte.

Die Realität der Geschlechterungleichheit

Adichie betont, dass Männer und Frauen biologisch verschieden sind, aber dass die meisten Machtpositionen von Männern besetzt werden. Sie verweist auf das Lilly-Ledbetter-Gesetz in den USA, das gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit fordert, und argumentiert, dass körperliche Stärke in der heutigen Welt nicht mehr der entscheidende Faktor für Führung ist. Sie nennt Beispiele für alltägliche Diskriminierung in Nigeria, wie z.B. die Annahme, dass allein reisende Frauen Prostituierte sind, oder die Bevorzugung von Männern in Restaurants.

Wut und Hoffnung

Adichie drückt ihre Wut über die Ungleichheit der Geschlechter aus, betont aber auch ihre Hoffnung auf Veränderung. Sie fordert dazu auf, von einer gerechteren Welt zu träumen und diese vorzubereiten, in der Männer und Frauen sich selbst treu sein können.

Erziehung von Töchtern und Söhnen

Adichie betont die Notwendigkeit, Töchter und Söhne anders zu erziehen. Sie argumentiert, dass Jungen durch enge Definitionen von Männlichkeit eingeschränkt werden und lernen, ihre Gefühle zu unterdrücken. Mädchen werden dazu erzogen, sich kleiner zu machen und die Egos der Männer zu bewirten. Sie kritisiert die Vorstellung, dass der Erfolg einer Frau eine Bedrohung für einen Mann darstellen sollte.

Ehe und Erwartungen

Adichie hinterfragt die Erwartung, dass Frauen die Ehe als höchstes Ziel ansehen sollten. Sie kritisiert den Druck, der auf unverheirateten Frauen lastet, und die Vorstellung, dass Frauen Kompromisse eingehen müssen, um den Frieden in der Ehe zu wahren. Sie betont, dass die Sprache der Ehe oft eher von Besitz als von Partnerschaft geprägt ist.

Scham und Vortäuschung

Adichie kritisiert die Erziehung von Mädchen, die ihnen Scham einflößt und sie dazu bringt, ihre Verlangen zu unterdrücken und sich selbst zum Schweigen zu bringen. Sie nennt das Vortäuschen als eine Kunst, die Frauen perfektioniert haben, um den Erwartungen der Gesellschaft zu entsprechen.

Geschlechterrollen und Individualität

Adichie betont, dass Geschlechterrollen vorgeben, wie wir sein sollten, anstatt zu erkennen, wie wir sind. Sie fordert dazu auf, sich auf Fähigkeiten und Interessen statt auf Geschlechterrollen zu konzentrieren. Sie kritisiert die traditionelle Rollenverteilung in der Familie, bei der Mädchen automatisch für Hausarbeiten zuständig sind.

Verinnerlichte Geschlechterrollen und Weiblichkeit

Adichie spricht über ihre eigenen Erfahrungen mit verinnerlichten Geschlechterrollen und ihre Sorge, bei ihrem ersten Schreibkurs an der Universität nicht ernst genommen zu werden. Sie beschloss, einen "männlichen" Anzug zu tragen, um ihren Wert zu beweisen. Sie bedauert diese Entscheidung und betont, dass sie ihre Weiblichkeit nicht länger entschuldigen will.

Das Gespräch über Geschlechterrollen

Adichie räumt ein, dass das Gespräch über Geschlechterrollen schwierig ist und oft Widerstand hervorruft. Sie kritisiert die Argumente, die zur Rechtfertigung von Geschlechterungleichheit vorgebracht werden, wie z.B. die Berufung auf die evolutionäre Biologie oder die Behauptung, dass Frauen bereits die "Macht von unten" haben.

Kultur und Veränderung

Adichie betont, dass Kultur sich ständig verändert und nicht als Rechtfertigung für Ungleichheit dienen sollte. Sie verweist auf das Beispiel der Zwillingsmorde in Nigeria, die einst Teil der Kultur waren. Sie argumentiert, dass Menschen Kultur machen und dass die Menschlichkeit der Frauen Teil der Kultur werden muss.

Feminismus und Gleichheit

Adichie erinnert an ihren Freund Okuloma und bekräftigt, dass sie eine Feministin ist. Sie definiert Feminismus als den Glauben an die soziale, politische und wirtschaftliche Gleichheit der Geschlechter. Sie ermutigt dazu, das Wort "Feministin" zurückzuerobern und aktiv an der Lösung von Geschlechterproblemen zu arbeiten. Sie nennt ihren Bruder Kenny als Beispiel für einen männlichen Feministen.

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