Kurze Zusammenfassung
Die Reportage beleuchtet die Einflussnahme von Lobbyisten auf die deutsche Politik, insbesondere im Hinblick auf Gesetze und Verordnungen. Es wird untersucht, wie Lobbyisten Kontakte zu Politikern knüpfen, welche Interessen sie vertreten und wie transparent die Interaktionen zwischen Politik und Lobby sind. Zentrale Punkte sind:
- Die mangelnde Transparenz bezüglich der Anzahl und Aktivitäten von Lobbyisten in Berlin.
- Die Frage, wie Abgeordnete mit Lobbyismus umgehen und ob sie sich dadurch beeinflussen lassen.
- Die unterschiedliche Bereitschaft von Parteien, Lobbykontakte offenzulegen.
Einleitung: Lobbyismus im Bundestag
Der Film beginnt mit einer Einführung in das Thema Lobbyismus am Reichstag in Berlin. Es wird die Frage aufgeworfen, inwieweit Lobbyisten Einfluss auf die Gesetzgebung nehmen und wie eng die Zusammenarbeit zwischen Politikern und Lobbyisten ist. Als Beispiel wird das PKW-Label für Energieeffizienz von Autos genannt, bei dem die Autoindustrie ihre Vorstellungen in die Verordnung einbringen konnte.
Die Lobby-Stadtführung: Wer beeinflusst die Politik?
Eine Stadtführung von Lobby Control zeigt, wo sich die Büros verschiedener Lobbyorganisationen in Berlin befinden. Genannt werden unter anderem der Verband der chemischen Industrie, der deutsche Zigarettenverband und der Brauerbund. Es wird kritisiert, dass es keine Transparenzpflichten für Lobbyisten gibt und ihre genaue Anzahl unbekannt ist. Schätzungen gehen von 5.000 bis 6.000 Lobbyisten in Berlin aus.
Der Umgang einer Abgeordneten mit Lobbyismus
Die Grünen-Abgeordnete Anjeska Brugger gibt Einblicke in ihren Umgang mit Lobbyisten. Sie nimmt keine Geschenke an und veröffentlicht diese stattdessen im Internet. Brugger steht dem Lobbyismus kritisch gegenüber, befürwortet aber keine vollständige Transparenz ihrer Termine.
Die "Reichen-Lobby": Stiftung Familienunternehmen
Es wird die Stiftung Familienunternehmen vorgestellt, die als Lobbyorganisation für wohlhabende Familienunternehmen agiert. Kritisiert wird, dass sie sich als Vertreter aller Familienunternehmen darstellt, obwohl nur ein kleiner Teil Mitglied ist. Die Stiftung setzt sich unter anderem gegen Erbschafts- und Vermögenssteuer ein.
Einfluss von Lobbyisten: Politik ohne Lobbyismus?
Es wird festgestellt, dass Politik nicht ohne Lobbyismus stattfindet, dies aber nicht grundsätzlich falsch ist. Das Problem sei, dass einige Lobbyisten mehr Einfluss haben als andere. Es wird bezweifelt, dass kleine Aufmerksamkeiten wie Nudeln oder Schokolade die Entscheidungen von Abgeordneten beeinflussen.
Transparenz von Lobbykontakten: Eine Umfrage
Ein Investigativteam von BR Recherche fragt alle Abgeordneten, ob sie ihre Lobbykontakte offenlegen. Der Großteil der Abgeordneten lehnt dies ab. Von denjenigen, die Auskunft geben, legen die Grünen mit 76,19 % ihre Termine am häufigsten offen, während die CDU/CSU mit nur 3,55 % am wenigsten transparent sind.
Einblick in ein Lobbygespräch: Drohnenverband trifft FDP-Politikerin
Der Bundesverband zivile Drohnen trifft sich mit einer FDP-Politikerin, um für eine Vereinfachung der Drohnenverordnung zu werben. Der Verband argumentiert, dass die aktuellen Regeln wirtschaftliche Interessen behindern. Die Politikerin zeigt Verständnis für die Anliegen des Verbands und signalisiert Unterstützung.
Das Abgeordnetenrestaurant: Treffpunkt für Lobbyisten und Politiker
Das Abgeordnetenrestaurant wird als ein Ort vorgestellt, an dem sich Abgeordnete und Interessenvertreter treffen. Anjeska Brugger trifft sich hier mit einer FDP-Politikerin. Brugger achtet darauf, sich nicht von Lobbyisten einladen zu lassen.
Die Grenzen der Transparenz: Warum nicht alle Lobbytreffen offengelegt werden
Anjeska Brugger erklärt, warum sie nicht alle ihre Lobbytreffen mit Datum und Details offenlegt. Sie argumentiert, dass dies sehr zeitaufwendig wäre und sie auch die Vertraulichkeit der Gespräche mit Bürgern wahren möchte. Sie betont, dass sie sich bei der Auswahl der offengelegten Informationen an thematischen Schwerpunkten orientiert.

