0:00 Dieses 3D Hörspiel ist für Kopfhörer optimiert. Wir wünschen gute [Musik] Unterhaltung. Die Panne, eine unglaubliche Geschichte nach einer wahren Begebenheit. [Musik]
1:01 Können die nicht schneller sein? Bei so einer kurzen Grünphase gerade mal vier sind durchgekommen und jetzt stehen wir schon wieder. Nicht ärgern, Rick. Murphys Law. Beim nächsten Mal schaffen wir es. Immer noch besser als der Stau auf der Autobahn. Wenn wir später wieder drauf sind, haben wir den hoffentlich hinter uns gelassen. Wir unterbrechen für eine kurze aktuelle Verkehrsdurchsage. An der Unfallstelle auf der A47 zwischen Oberhaus und Schwerthm kann weiterhin nur die Standspur befahren werden. Wir empfehlen euch immer noch großräumig auszuweichen. Witzbold, das haben wir ja auch gemacht mit 1000 anderen und nun sind wir auf der Umgehungsstraße auch nicht viel schneller. Aber bevor wir unser Musikprogramm fortsetzen, noch kurz zu etwas erfreulichem, dass mir unser Meteorologe soeben verraten hat.
1:48 Das Wetter bleibt auch am ganzen Wochenende super sommerlich heiß mit Tagestemperaturen bis 33°. Also holt euer Badezeug raus. Ach, immerhin haben wir vorhin günstig auftanken können und ein Päuschen gemacht. Außerdem sieht man so ein bisschen mehr von der Gegend. Berlin liegt hinter uns und wir sind jetzt im Urlaub. Ich bin erst im Urlaub, wenn wir unser Domizil an der Adria erreicht haben. So ein verschlafenes Kaffseits der Strecke im eigenen Land. Wie hieß es gleich wieder? Ellenhausen weiß ein nun wirklich nicht vom Hocker. Ellersheim hatte ich ebenfalls noch nie von gehört, aber so übel war es da auch wieder nicht. Fand ich. Ganz nette Häuschen, ein paar
2:35 Geschäfte, ein Restaurant. Ach, es geht weiter. Ja, ich sehe es. Melissa, können diese Idioten wirklich nicht schneller fahren? Immerhin stehen wir jetzt an zweiter Stelle. Aha. Ja, toll. Ich wundere mich echt, wozu die so weit außerhalb noch eine Ampel installiert haben. Da ist doch gar kein Querverkehr. Reine Schikane, wenn du mich fra jetzt schimpf doch nicht die ganze Zeit, Rick. Das verdirbt mir ja die schöne Stimmung. Wir haben gewusst, dass es Verkehrsprobleme geben kann, wenn man an einem Freitag losfährt, noch dazu in Richtung Süden. Ja, aber jetzt sind wir
3:22 noch nicht mal über die Grenze und wenn diese verfluchte Ampel nicht weit grün wird, brauchen wir bis Mitternacht dazu. Rick, was machst du jetzt? Hast du ihn abgewirkt? Nein, habe ich nicht. Ich habe nur Nein, der ist einfach so Verdammt, jetzt ist grün. Fah los. Ja, weiß ich. Melissa. Scheiße, der Motor will nicht. Verdammt, die Idioten. Soll ich mich in Luft auflösen? Fahrt halt links vorbei. Warum hast du denn eben so viel Gas gegeben? Jetzt mach bloß auch du mir noch Vorwürfe. Das kann doch damit nichts zu tun haben. Entschuldige, ich dachte nur, keine Chance. Was sollen wir jetzt machen? Na, aussteigen und den Wagen zur
4:10 Seite bringen. Wir blockieren hier alles. Da ist rechts Platz auf dem Bankett. Ich helfe schieben. So ein elender Mist. Das ist noch nie passiert. Verflucht heiß ist es außerdem hier draußen. Vorhin wurde ja gesagt mal eben. Ja. Toll, jetzt stehen wir mit
4:55 unserer Kiste, die nicht mehr startet, auf einer Landstraße neben einer sinnlosen Ampel im Nirgendwo. Scheiße. Ach was, wir sind hier nicht im Dschungel. Auch hier muss es Infrastruktur geben. Wir brauchen Pannhilfe. Witzig. Am Arsch der Welt. Hier hilft keiner. Die sind alle froh, wenn sie selber weiterkommen. Siehst du doch. Ähm, warte, war da nicht vorhin kurz vor der Ortsausfahrt noch eine Werkstatt? Da gab es jedenfalls ein Schild. Oberauto stand drauf. Ja, an was du dich alles erinnern kannst. Ja, weil ich es lustig fand. Oberauto, Gebrauchtwagen und Reparaturen. Und was nützt uns das? Du
5:41 willst doch nicht etwa, dass wir unseren vollgeladenen Karren bis dahin zurückschieben in so einer schattenlosen Nachmittagshitze? Das sind sicher mehrere Kilometer. Natürlich nicht, aber abschleppen wird uns freiwillig auch kaum einer. Wir müssen selber was organisieren. Ich google schnell mal im Handy. Vielleicht gibt es da eine Nummer zum Anrufen. Was? Diese Werkstatt? Du glaubst doch nicht im Ernst. Doch, da ist es schon. Oberauto Ellersheim mit Telefon. Ich sag's doch, so JWD sind wir hier auch wieder nicht. Freitag machen manche Betriebe früher Feierabend, aber vielleicht haben wir noch Glück. Fängt wirklich schon gut an, dieser
6:27 [Musik] [Applaus] Urlaub. Na, schau mal, da ist er schon. Tag zusammen. Hallo Herr Ober. Das ging ja flott. Ja, Karl Ober. Sie haben angerufen. Meine Frau Melissa. Unsere elende Kiste will einfach nicht mehr anspringen. Sie haben Schwein gehabt, dass ich in der Werkstatt war, also bei einem Mannbetrieb. Ja, umso netter, dass sie so schnell gekommen sind. Wir sind auf
7:14 dem Weg in den Urlaub und jetzt diese Panne. Können Sie sich das bitte mal ansehen? Vielleicht ist das ja nur eine Kleinigkeit. Der Wagen ist eigentlich zuverlässig. Machen Sie mal die Motorhaube auf. In einem Autoclub sind Sie nicht versichert? Nein, Rick, also mein Mann, der meint, sowas ist nur Abzocke. Wir haben bei der Durchfahrt vorhin aber ihr Werkstattschild gesehen. Reparieren sie alle Marken hier draußen? Logo, was denken Sie denn? Können Sie mal starten? Ja,
7:59 sehen Sie, der Anlasser geht, aber der Motor kommt nicht. Mhm. Gab's zuvor schon Probleme während der Fahrt? Überhaupt nicht. Ich verstehe es nicht. Mein Mann hat nur ein paar mal im Stand Gas gegeben vorhin hier an der Ampel. Da starb der Motor ab. Ja, aber das kann es doch nicht gewesen sein. Einfach so. Da ist aber nicht nur ein Kabel locker, da ist scheinbar mehr kaputt. Muss es mir mal genauer und vor allem in Ruhe anschauen. So eine Scheiße. Oh nein, wie lange kann das dauern? Wir wollten doch ans Meer fahren. Ans Meer fahren? Mhm. Ah, einen Tag mindestens, vielleicht auch länger. Muss es in der Werkstatt prüfen. Dann kommt's drauf an, ob es Ersatzteile braucht und wann ich die
8:46 kriege. Wir haben Freitag Nachmittag. Was ich bis morgen nicht hinbekomme, das muss bis Montag warten. Oh, scheiße. Ich nehme ihren Wagen auf den Haken. Oh je. Ja, natürlich. Nur was wird jetzt aus uns, wenn wir jetzt länger hier bleiben müssen? Ach, sie fahren mit mir. Da gibt's ein kleines Hotel, nicht weit weg von meinem Hof. Pension Ellersheim. Kenne den Besitzer. Schlage vor, wir machen bei mir den Auftrag und dann gehen Sie da vorbei und fragen. Ungefähr 5 Minuten zu Fuß. Kein Problem. Okay. Sollte mich wundern, wenn der kein Zimmer hätte, falls sie übernachten
9:32 müssen. So ein Mist. Wir wollten heute noch, aber egal. Irgendwie ist es ja Glück im Unglück, dass wir nicht auf der Autobahn liegen geblieben sind und Hauptsache, sie bekommen das irgendwie hin, Herr Ober. Ja, danke für alles. Wie hieß noch mal gleich das Hotel? Pension Elasheim. Nicht viel los hier. Da ist eine Klingel an der Rezeption. Hast du dein Ausweisparat und unsere EC-Karte? Ich habe nur meinen Reisepass in der Handtasche. Ja, sicher. Im Seitenfach vom Laptop. Aber jetzt fragen wir erstmal, ob überhaupt was
10:18 frei ist. Hoffentlich. Dann sollten wir alle unsere Sachen hierher schaffen. Alle? Wir übernachten höchstens ein zweimal. Trotzdem. Ich habe kein gutes Gefühl, wenn was im Auto auf dem Werkstatthof zurückbleibt. Die ganze Gegend sieht mir nicht danach aus, als ob da im Normalfall viele Leute vorbeikommen. Er ist halt am Mordsrand, genau wie diese Kashchemme hier. Hallo, kommt vielleicht bald mal jemand? Hallo. Mit der Ruhe. Sie wünschen guten Tag. Wir wir wollten fragen, ob sie noch ein Zimmer frei haben. Ein ein Doppelzimmer. Ach so, ich habe nur Doppelzimmer, aber das hier ist
11:03 kein Stundenhotel. Auf welchen Namen haben Sie reserviert? Äh nein, wir haben dich reserviert. Trotzdem nicht wie Sie vielleicht denken. Wir sind Rick und Melissa Steiger. Es ist nämlich so, wir waren auf dem Weg in den Urlaub und mussten einem Stau ausweichen und haben hier im Ort getankt. Und als wir bald danach wieder losgefahren sind, gab es leider eine Panne und unser Auto ist liegen geblieben. Dann haben wir, weil ich die Nummer rausfand, diesen Herrn Ober aus der Werkstatt angerufen. Ach Melissa, das sind doch Nebensächlichkeiten. Es geht nur drum, dass unser Auto jetzt bei Oberauto Elasheim steht. Herr Ober hat uns abgeschleppt und meinte, wir sollen zu Ihnen rübergehen. Für wie lange? Äh, was meinen Sie? Ja, für lange brauchen Sie
11:48 das Zimmer? Ach so. Äh, wir wissen es noch nicht genau. Es hängt davon ab, wie schnell der Wagen repariert werden kann. Die Werkstatt sagt, es kann bis Montag dauern. Und ihr Auto steht jetzt bei Karlober. Genau. Ähm, mit dem ganzen Urlaubsgepäck drin. Aber das würden wir noch holen, falls sie uns ein Zimmer geben könnten. Guter Karl sagt nie nein. Wie bitte? Ach, nichts. Also gut, übers Wochenende Zimmer 12 € die Nacht. Frühstück extra 120 € Vorkasse für die erste Nacht. Rest bei Abreise. Wenn es Ihnen zu teuer ist, können Sie es gerne woanders versuchen. Nein, nein, alles gut. Mein Mein ist nur, wir nehmen das Zimmer.
12:38 [Musik] Also besonders freundlich war dieser Typ vom Hotel ja nicht gerade. Und 120 € wetten, dass der unsere Notlage ausnutzt. Sind wir doch froh, dass es überhaupt geklappt hat. Stell dir vor, das wäre in einer anderen Situation passiert. Da hätten wir nicht mal was zum Übernachten dabei gehabt. Ja, schon. Aber irgendwie ist das sau blöd. Normalerweise hätten wir unsere ganzen Sachen in ein paar Stunden entspannt in einem Ferienapartment auspacken können. Und jetzt Elas heim. Schau dich doch um. fast wie
13:25 ausgestorben. Der Stau auf der Autobahn hat sich scheinbar aufgelöst und nun nimmt auch keiner mehr die Umgehung durch den Ort. Na ja, wir sind halt mehr in so einem Gewerbegebiet am Rand, aber deshalb liegt die Werkstatt ja auch so günstig für uns. Ja, wobei ich vorhin auf dem Werkgelände dort keinen Menschen mehr gesehen habe und viele andere Autos stehen da ebenfalls nicht. Umso mehr denke ich, wir sollten wirklich alles zum Hotel rüber schaffen. Wenn wir Pech haben, muss unser Wagen jetzt das ganze Wochenende da bleiben. Ja, du hast recht. Ich kann ja schon mal ein bisschen im Internet stöbern, was es hier in Ellersheim so alles gibt. Irgendwie müssen wir uns doch dann beschäftigen. Und du meinst, dein Handy verrätterechnet über dieses verpeilte Kudorfiel? Reg, was sind wir doch für
14:12 verwöhnte Berliner Stadtpflanzen. Das ist eine ganz normale Ortschaft auf dem Land, kein Kudorf. Die haben bestimmt auch Tourismus. Ja, und selbst wenn, was macht man ohne Auto? Lass mich, Marik. Ey, Melissa, warte. Hast du das gerade gesehen? Hm. Na, den Typen gerade eben, als wir um die Ecke kamen, da stand einer und hat uns ein paar Sekunden angestarrt und ist dann einfach zur Seite gesprungen in die Hecke da vorn. Äh, nein, jetzt steck doch mal das verdammte Ding weg. Das war gerade total irre. Plötzlich stand da ein Kerl, sah uns und rannte davon ins Gebüsch. Ins Gebüsch? Bist du sicher? Äh, ich habe den nicht gesehen. Kein Wunder, du glotzt ja auch ständig aufs Handy.
14:58 Glaubst du, ich sehe Gespenster? Na ja, der ganze Stress. Jetzt hör aber auf. Ich bilde mir doch sowas nicht ein. Ach, schon gut. Ein kiffender Jugendlicher vielleicht. Nein, nein, der war schon älter. Also, das finde ich jetzt echt seltsam. Das ist doch nicht normal. Ich habe leider nichts gesehen und das wird auch schon seine Gründe gehabt haben. Schau, da vorne ist unsere Pension. Lass uns die Koffer hochbringen und schnell noch das Übrige aus dem Auto [Musik] holen. Unser Zimmer ist doch gar nicht so schlecht, oder? Nur noch eine Runde.
15:43 Mein zweiter Koffer muss noch raus. Ah, und mir wäre deutlich wohler, wenn wir auch noch unsere Mountainbikes in der Nähe hätten. Ja, aber der ganze Aufwand mit dem runterholen vom Dach und wieder hochmtieren, vielleicht können wir ja schon morgen weiterfahren. Ja, das hoffe ich auch. Trotzdem auf dem Dachträger sind die Räder nicht wirklich sicher und jeder kann sie sehen. Nachts ist das hier bestimmt noch einsamer als jetzt schon. Na ja, viel einsamer geht's eh kaum. Hey, warte mal, Melissa. Schau, da ist der komische Typ wieder, der von vorhin. Was? Wo? Na, da vorne an der Ecke beim Hotel steht der. Ich bin ganz sicher. Ach ja, und jetzt rennt er schon wieder
16:29 weg hinters Haus. Ey, mit dem stimmt doch was nicht. Na warte. Rick, bleib da. Was machst du denn? Ich werde mir den mal kaufen. Rick. Nein, jetzt sind beide fort. [Musik] R bist du ja, Mensch, was sollte das? Und wo ist der Kerl? Keine Ahnung. Bis ich um die Ecke kam, war der schon wieder spurlos verschwunden. Glaubst du mir jetzt, das war dieser Typ? Ah ja, schon, aber was hast du dir dabei gedacht, dem einfach nachzurennen? Kommt dir das Ganze nicht irgendwie verdammt komisch vor? Vorhin, als der Kerl uns kommen sieht, springt
17:14 er in die Büsche und jetzt, kaum sind wir aus dem Hotel raus und auf der Straße, steht er schon wieder da und haut ab, als wir ihn bemerken. Der führt doch irgendwas im Schilde. Ich weiß nicht. Es kann immer noch ein Zufall gewesen sein, Rick. Wir sind beide etwas angespannt nach dieser blöden Panne und allem. Lass uns aus einer Mücke keinen Elefanten machen. Besser, wir holen jetzt erstmal unsere Mountainbikes und meinen anderen Koffer. Na gut, trotzdem. Ich sag's dir, Melissa, irgendwas stimmt hier nicht. Wir sollten zumindest noch schnell vorher im Hotel Bescheid geben, dass hier jemand rumspioniert. Wenn du unbedingt willst, dann fragen wir auch gleich, ob die Pension ein Innenhof oder eine Garage hat, wo man Räder abstellen kann. Und vielleicht bekommen wir sogar einen
18:00 Tipp, wo man hier einen Abendnet verbringt. [Musik] Alles in Ordnung? Sie wünschen Hallo. Ja, danke. Soweit passt es. Wir wollen jetzt noch unsere Bikes vom Auto holen. Prospekte für Radwege finden Sie drüben im Ständer. Äh, danke. Aber heute Abend fahren wir sicher nicht mehr viel herum. Wo könnten wir die Fahrer denn
18:47 unterbringen? In der Lobby hinten im Nebenraum fürs Gepäck. Da ist Platz. Danke. Ist hier denn nachts jemand an der Rezeption? Wozu? Die Klingelbedienung haben sie doch schon gut drauf. Aber wir fragen eigentlich aus einem anderen Grund. Achik, erzähl du das doch. Ja, wissen Sie, gerade eben, als wir rausgingen, stand da ein Mann hinten neben dem Haus. So Mitte Ende 20, schätze ich, blond in Jeans mit einem blauen Hemd. Ja, und der hat ihren Eingang beobachtet, glaube ich. Jedenfalls, nachdem wir draußen waren, hat er sofort umgedreht und ist weggelaufen. Ja. Und mein Mann ist ihm noch nah. Das ist doch nebensächlich, Melissa. Das Komische ist, dass uns der
19:32 gleiche Mann kurz vorher schon mal begegnet ist, als wir mit den ersten Koffern von der Werkstatt zurückkamen und hier in die Straße zu ihrer Pension eingebogen sind, da stand er auch da. Und was soll daran komisch sein? Der hat mich angestarrt und ist dann einfach ins Gebüsch gesprungen, verschwunden. Der gleiche Typ. Ich habe es leider das erste Mal nicht gesehen, aber kommt Ihnen so jemand irgendwie bekannt vor? Genauer kann ich ihn nämlich leider nicht beschreiben, weil er sich immer sofort aus dem Staub gemacht hat. Nö, sagt mir nichts. Das hier ist Mischgebiet, viel Gewerbe. Gegenüber gibt's einen Eisenwarenladen. Da kommen immer wieder fremde Leute wie sie beide. Na ja, aber so wie dieser sich benommen
20:19 hat, das war schon sehr merkwürdig. Und was erwarten Sie von mir? Nun, nichts weiter. Wir dachten Sie sollten es zumindest wissen. Gut, jetzt weiß ich's. Dann schönen Abend noch. Äh okay. [Musik] Ja, das war jetzt aber auch etwas komisch. Freundlich ist er jedenfalls nicht gerade zu seinen Gästen. Ich sage doch, dass hier irgendwas nicht stimmt. Aber es hilft nichts. Lass uns das Übrige aus dem Auto [Musik]
21:06 holen. Eine etwas seltsame Pension ist das aber schon, findest du nicht? Ich habe nicht den Eindruck, dass da außer uns viele Gäste wären. Eigentlich habe ich sonst überhaupt niemanden gesehen. Die hat sicher nicht die beste Lage für Touristen, aber uns kann es egal sein. Hauptsache, wir kommen unter, bis das Auto repariert ist. Gott sei Dank wird es langsam kühler. Ich finde das alles trotzdem nicht lustig. Und wenn du nicht unbedingt noch diesen zweiten Koffer mitgenommen hättest, bräuchten wir die Räder jetzt nicht zu schieben. Rick, du findest wirklich überall ein Haar in der Suppe. Kannst du es nicht ein bisschen wie ein erstes kleines Urlaubsabenteuer sehen? Sicher, ungeplant. Aber es ist mal etwas anderes als
21:52 Alltag. Außerdem sind wir ohnehin gleich wieder da. Was habe ich doch für eine hoffnungslose Optimistin geheiratet. Ja. Bleib stehen. Was ist da bei diesem Geschäft auf der anderen Straßenseite? Die Eisenwarenhandlung vor dem Schaufenster. Ist das nicht? Stimmt. Verdammt, der Typ, der tut doch bestimmt bloß so, als würde er in die Auslage starben. Meinst du, in Wirklichkeit beobachtet er uns schon wieder? Aber warum? Das werden wir gleich wissen. Nein. R. Hallo Sie da. Tun sie bloß nicht so. Meinen Sie, wir merken das nicht. Was zum Teufel wollen Sie?
22:40 Hey Moment [Musik] mal. Ich glaub es nicht. Der ist jetzt mit einem Auto abgehauen. Ja, ein schwarzer Mercedes. Konnte ich gerade noch sehen. Jetzt wird's mir aber auch langsam zu viel. Ja, siehst du, was geht in diesem verdammten Ellersheim vor? Das ist doch da ist doch etwas oberfaul. Ausgerechnet hier mussten wir stranden. Lass uns zusehen, dass wir ins Hotel und aufs Zimmer kommen. Ich will heute nirgendwo mehr hin. Tja, ich auch nicht. Und den Hotelbesitzer brauchen wir sicher nicht noch mal informieren. Der lacht uns nur aus. Ich würde es ja selber nicht glauben, wenn das nicht gerade wirklich passiert wäre. Langsam bekomme ich richtig Angst.
23:29 Hoffentlich ist unser Auto morgen fertig, sodass wir von hier verschwinden können. Ja, ist wie in einem schlechten Film. Wir sollten unser Zimmer gut [Musik] absperren. Hallo, Herr Ober, guten Morgen. Guten Morgen, Familie Steiger. Hat das mit dem Zimmer geklappt? Ja, soweit alles gut. Gestern haben wir sie gar
24:16 nicht mehr angetroffen. Wir wollten mal nachfragen, wie es mit dem Auto aussieht. Ihr Pannenfahrzeug? Sie haben Schwein. Die Kraftstoffpumpe ist hinüber. Für dieses Modell habe ich keine auf Lage, aber ich bekomme wahrscheinlich noch heute Vormittag eine mit Expresslieferung. Echt? Ach, wie wunderbar. Das heißt, wir können noch heute weiterfahren. Ja, Logo. Der Einbau braucht allerdings auch ein bisschen. Kommen Sie am besten mittags wieder vorbei. Bis dahin schauen Sie sich vielleicht ein bisschen in unserem schönen Ellersheim um. Die Straße gerade runter. Geht's zum Zentrum. Klingt ja erfreulich. Vielen Dank. Machen wir. Bis dann. Komm,
25:04 Melissa. Ich bin wirklich erleichtert. Die Nacht war zwar ruhig, aber ich habe trotzdem kaum ein Auge zugetan. Verdammt ruhig war's. Ich glaube, außer uns gibt's da tatsächlich keine anderen Gäste. Beim Frühstück waren wir ja auch allein und ein winziges Buffet. Egal, das muss uns jetzt nicht mehr viel weiter beschäftigen. Wir könnten eigentlich alles schon jetzt einpacken und die Rechnung bezahlen, damit wir rasch wegkommen, wenn unser Auto wieder fährt. Gute Idee. Rick, was? Schau auf der Straße vor dem Hof. Wo? Da siehst du es nicht. Da parkt ein schwarzer Mercedes. Verdammt. Ja, du hast recht. So einen hatten wir gestern vom Hotel wegfahren sehen. Eher flüchten, wenn man es genau nimmt. Das meine ich doch. Und nun steht
25:51 er hier in der Nähe der Werkstatt. Total unheimlich finde ich das. Das kann kein Zufall sein. Sicher nicht. Soweit ich sehen kann, sitzt keiner drin. Aber der komische Typ von gestern könnte sich auch nur irgendwo verstecken. Oh Mann, scheiße. Es reicht mir wirklich. Ich sollte Paterik, mach jetzt bitte nicht wieder was Unüberlegtes. Lass uns so tun, als ob wir nichts bemerken. Wir gehen jetzt ganz unauffällig von her weg. Aber nicht zur Pension. Wir machen das, was der Herr Ober von der Werkstatt uns vorgeschlagen hat. Wir spazieren runter zur Ortsmitte, so als ob wir uns dort ein bisschen umschauen wollen. Und in Wirklichkeit, in Wirklichkeit suchen wir eine Polizeistation und melden den Vorfall. Die können uns nicht auch einfach auslachen. Hier gibt's bestimmt
26:38 eine Wache oder sowas ähnliches. Ich schaue mal auf dem Handy nach. Vielleicht erfahren wir so am schnellsten, wo die sich befindet. Was wären wir nur ohne dein Handy? Aber guter Vorschlag. Ja, das machen [Musik] wir. Bitte setzen Sie sich. Ehepaar Steiger. Richtig. Ja. Rick und Melissa, wir sind eigentlich auf der Durchreise. Okay, ich bin Kommissar Haselkamp, Revierleiter Asheim. Die Kollegin, mit der Sie an der Pforte gesprochen haben,
27:25 sagte mir, dass Sie einen verdächtigen Vorfall melden möchten. Nicht nur einen. Eigentlich passiert uns ständig was seltsames, seit es uns hierher verschlagen hat. R. Nun setzen Sie sich doch erstmal. Fangen Sie ganz von vorne an. Also, wir sind auf dem Weg in den Urlaub ans Meer und dann wurde ein Stau vor uns auf der Autobahn angekündigt und wir sind rausgefahren auf die Umgehung, die hier durchführt und dann haben wir die Tankstelle am Ortseingang gesehen und aufgetankt, dann noch einen Kaffee getrunken. Melissa, das sind doch Ja, lassen Sie ihre Frau ruhig berichten, Herr Steiger. Manchmal entscheiden Details. Ja, wie gesagt, wir machten eine kleine Pause und sind dann weitergefahren. Ein Stück hinter
28:10 Ellersheim kam eine Kreuzung. Da mussten wir an der Ampel halten. Eine völlig überflüssige Ampel, wenn Sie mich fragen. Aber da starb uns der Motor ab und wir sind legen geblieben. Äh ja, genau. Ich habe mich zum Glück daran erinnert, dass wir zuvor noch an einer Werkstatt vorbeigekommen sind und habe da angerufen. Die Telefonnummer hatten Sie Internet. Oberauto hat eine Webseite. Oberauto. Interessant. Tja, dieser Herr Ober kam dann auch und hat uns abgeschleppt. Er meinte, die Reparatur könnte etwas dauern und hat uns vorgeschlagen, inzwischen in der Pension Elasheim ein Zimmer zu nehmen. Die liegt in der Nähe. Zur Sicherheit, falls wir über Nacht bleiben müssten. Ja, und das haben wir dann auch gemacht. Und danach ging es los. Das war wirklich mehr als seltsam. Ja, es wurde ziemlich unheimlich. Wir hatten uns sogar den
28:55 Hotelbesitzer informiert, aber der glaubte uns nicht. Ja, der ist auch etwas seltsam. Moment, du hast das Wichtigste übersprungen, Melissa. Das was vorher passiert ist, nachdem wir den ersten Teil von unserem großen Gepäck aus dem Auto geholt hatten, um es in die Pension zu schaffen. Stimmt Rick, du hast es zuerst gesehen. Es hat uns nämlich plötzlich jemand verfolgt. Immer wieder. Ja. Und jedes Mal, wenn der merkte, dass wir ihn gesehen haben oder wenn ich ihn ansprechen wollte, ist er wie von der Tarantel gestochen abgehauen, verschwunden ins Gebüsch, in einen Hinterhof. Das wurde von mal zu mal verdächtiger. Einmal ist er mit einem Auto geflüchtet. Stimmt, mit einem schwarzen Mercedes. Und der stand jetzt vorhin wieder vor der Autowerkstatt. Schwarzer Mercedes. Verfolgt. Jetzt
29:42 warten Sie mal kurz, Frau Steiger. Herr Steiger, ich habe hier einen Vorgang. Vorgang? Einen Bericht. Schauen Sie sich bitte kurz diese Stelle an. Das Berliner Autokennzeichen. Äh da äh sagt Ihnen diese Nummer etwas? Äh ja natürlich. Das ist das Kennzeichen von unserem Wagen. Genau. Aber wieso steht die hier? Wir haben doch nicht Ich meine, hä? Was ist jetzt bitte so lustig? Für uns ist das inzwischen alles andere als komisch. Wir machen uns nämlich echt Sorgen um unsere Sicherheit. Entschuldigung, es ist
30:30 nur Gott, ich verstehe gar nichts mehr. Ist dieser ganze Ort verrückt? Nein, nein, das ist das ist alles völlig äh na gut, nicht normal, aber mir wird jetzt einiges klar. Was? Kennen Sie etwa den verdächtigen Kriminellen, der hier im Ort fremde Leute und ihre Habseligkeiten ausspioniert? Den den kriminellen? Ja, Entschuldigung. Ja, den kenne ich. Verdammt noch mal. Wieso haben Sie nichts unternommen? Wieso darf der frei rumlaufen?
31:15 Weil er kein Krimineller ist. Wie bitte? Liebe Familie Steiger, eigentlich ist es super peinlich. Der Mann, den Sie gesehen haben, ist einer von uns. Wie bitte? Was? Ja, wir haben hier einen jungen Polizeiinspektor Anwärter. Ziemlich übereifrig, wie mir jetzt scheint. Den haben Sie gesehen. Der verdächtige Typ war ein Polizist. Ja, Anwärter. Aber wieso? Und das schwarze Auto. Wir haben derzeit ein ziviles Mercedes-Dienstfahrzeug hier. Lassen Sie jetzt mich von Anfang an erzählen. Ja, unglaublich. Ich bitte darum.
32:01 Gestern Nachmittag gab es hier einen Anruf von einem Nachbarn der Oberutowerkstatt. Er hatte mitbekommen, dass bei Karl Ober ein Wagen mit Berliner Kennzeichen abgestellt worden war und kurz darauf beobachtete er zufällig, wie sich zwei unbekannte Personen, dem offenbar unverschlossenen Auto unbegleitet näherten, rasch eine Handtasche und eine Tasche mit einem Laptop herausnahmen und damit verschwanden. Nein, natürlich, aber das waren doch Warte, lass den Kommissar weitererzählen, Melissa. Jedenfalls hielt der Anrufer das für verdächtig und hat uns verständigt. Zu derzeit war meine Stellvertreterin im Dienst und hat den besagten jungen Beamten zu einer Überprüfung losgeschickt, der na ja, wie soll ich sagen? Oh Gott,
32:48 der hat uns dann beobachtet, wie wir erst die Koffer und später auch noch die Fahrräder aus unserem eigenen Auto holten und hielt uns für Diebe. Das ist jedenfalls ein vorläufiger Bericht von gestern Abend. Er hat das Kennzeichen notiert und die Vorfälle vorschriftsmäßig geschildert. Was freilich nicht drin steht, ist das, was Sie jetzt berichtet haben. Aber er hätte uns doch auch einfach ansprechen können und stattdessen, was hat er sich denn dabei gedacht, uns nur die ganze Zeit heimlich zu observieren in Zivil und so. Also verzeihen Sie, wenn ich das sage, aber so stümperhaft. Da stimme ich Ihnen zu, Frau Steiger. Aber keine Sorge, das werden wir intern
33:33 klären. Ich möchte mich jedenfalls nochmals für meinen Heiterkeitsausbruch vorhin entschuldigen, auch für meinen jungen Kollegen, dass wir sie so in Unruhe versetzt haben. Ein peinlicher Anfängerfehler. Ach Gott, aber echt. Ach, jetzt beruhige dich wieder, Rick. Wenn ich es mir recht überlege, ist es tatsächlich ziemlich lustig, wenn man noch die ganzen Umstände kennt. Sowas kann nicht jeder von seinem Urlaub erzählen, noch dazu gleich vom allerersten Urlaubstag. Ja, falls uns das jemand glaubt. Nun, ich bin erleichtert, dass Sie es so sehen können, Frau Steiger. Ich hoffe, dass ihr Auto inzwischen wieder fahrbereit ist und dass Sie nun erholsame Tage
34:19 haben, wenn hier alles erledigt ist. Ich werde einen Kollegen bitten, Sie zurück zum Hotel zu bringen. Solche Taxidienste bieten wir zwar bei der Polizei normalerweise nicht an, aber in dem Fall machen wir gern eine Ausnahme. Vielen Dank. Oh, dann hätte ich noch eine kleine Bitte. Nämlich dürften wir vielleicht in dem schwarzen Mercedes fahren? [Musik]
35:04 Sie hörten, die Panne, eine unglaubliche Geschichte nach einer wahren Begebenheit. Die Darsteller waren Rick Steiger, Thorsten Möser, Melissa Steiger, Dorle Hoffmann, Kommissar Hasekampf Ben Hofmann, Hotellier Andreas Strommeier, Karl Ober Jan Hennings, Radiosprecherin Intro und Credits Kati Strickeling, Idee: Andreas Strommeier, Skript und Dialogschnitt: Stefan Fabri, Sounddesign und Mischung. Andreas Stromeier Soundquellen Andreas Strome eigene Aufnahmen, eigenes Archiv und
35:49 freesound.org. Musik Stefan Fabri und Andreas Stromeier. Cover Andreas Stromeier. Lektorat: Alexandra Begau. Dieses Hörspiel ist ein Projekt der freien Community für Hörspielmacher auf hör-al.de. de. Es steht unter der Creative Commons 4.0 Lizenz. Namensnung, nicht kommerziell, keine Bearbeitung. [Musik]
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