0:00 Ihr Lieben, heute ein Thema, das uns alle angeht: ERSTE HILFE! Erste Hilfe wird ja meistens ganz plötzlich super wichtig. Du bist z.B. mit nem Kumpel laufen, beim Einkauf oder feiern und zack hat sich jemand verletzt, ist umgekippt oder es geht jemandem plötzlich super schlecht. Schon ist Hilfe gefragt. Wir rechnen also nicht mit einem Notfall. Und genau das ist oft das Problem. Man denkt vielleicht erstmal „Oh krass und jetzt?!“. Und schon geht das Fragenkarussell los: Stabile Seitenlage oder nicht und wie geht das nochmal? Wer ruft die 112 und was waren die 5-W-Fragen? Und und und… Das ist auch erstmal eine total verständliche Reaktion. Nur bei den ganzen Überlegungen, wie man jetzt RICHTIG handelt, handelt man aber vielleicht
0:46 gar nicht – aus Unsicherheit oder Angst, was falsch zu machen. Und das sollte nicht passieren. Mit der Ersten Hilfe könnt ihr Leben retten. Das Ziel ist, die Person, die Hilfe braucht, außer Lebensgefahr zu bringen, indem z.B. auch schon die Unfallstelle abgesichert wird, ihren Zustand stabil zu halten und andere Komplikationen zu verhindern. Damit ihr also ins Handeln kommt, möchte ich mit euch ein paar typische Unsicherheiten einfach mal besprechen. Los geht’s. Unsicherheit Nummer 1: Muss ich jetzt helfen oder nicht? Wenn man an Erste Hilfe denkt, denkt man vielleicht an Autounfälle oder bewusstlose Menschen und klar, hier ist Hilfe immer gefragt und die beginnt mit Erfassen der Situation, Selbstschutz und dem Notruf. Aber Erste Hilfe ist auch in vielen anderen Situationen wichtig, wenn ihr z.B. seht, wie
1:33 jemand sich vor Schmerzen krümmt oder sich verbrannt hat. Erste Hilfe beginnt ja schon damit, dass ihr z. B. jemandem ein Pflaster aufklebt oder eurem Kumpel helft, der gerade umgeknickt ist. Manchmal werden solche Situationen unterschätzt und man fragt sich vielleicht, ob überhaupt Hilfe notwendig ist. Aber hier gilt: Besser einmal mehr als zu wenig helfen. Und wenn die Person ansprechbar ist und ihr euch unsicher seid, ob sie Hilfe möchte, könnt ihr sie fragen, ob und wie sie Hilfe braucht. Unsicherheit Nummer 2: Stabile Seitenlage! Also erstmal: die stabile Seitenlage ist immer dann wichtig, wenn jemand bewusstlos ist, also nicht ansprechbar, aber normal atmet. Das heißt, das müsst ihr erstmal prüfen: Dafür sprecht und fasst ihr die Person erstmal
2:20 an, am besten sagt ihr auch, dass ihr sie jetzt berührt. Reagiert sie nicht, solltet ihr erstmal auf euch Aufmerksam machen, um weitere Unterstützung zu bekommen. Da könnt ihr einfach schnell laut „Hilfe“ rufen. Dann ist es wichtig die Atmung zu überprüfen. Dafür haltet ihr euer Ohr über den Mund und die Nase und schaut dabei am besten Richtung Brust, dann könnt ihr vielleicht den Atem an eurem Ohr spüren, ihn hören oder sehen, wie sich der Brustkorb hebt. Ist die Atmung da, stellt ihr sicher, dass der Rettungsdienst alarmiert wurde und macht die stabile Seitenlage. Dabei geht es gar nicht darum, die perfekt hinzukriegen, wie ihr sie vielleicht im Erste-Hilfe-Kurs oder beim Führerschein geübt habt! Das Wichtigste in dieser Situation ist, dass ihr den Menschen auf die Seite dreht und den
3:05 Kopf nach hinten beugt, so hebt sich die Zunge und die Luftröhre wird frei. Warum ist das jetzt wichtig? Naja, wenn jemand bewusstlos ist, lassen unter anderem die Muskeln nach und Schutzreflexe wie Husten oder Schlucken funktionieren nicht mehr. So können z.B. Essensreste oder Blut bei Nasenbluten oder Mundblutungen oder auch Erbrochenes in die Atemwege gelangen, was dann nicht weggehustet werden kann. Eine Sache ist dann noch wichtig: Achtet darauf, dass die Person auch weiterhin atmet! Das kann in der Seitenposition manchmal nicht so leicht zu erkennen sein. Bleibt also bei der Person. Sollte die Atmung nämlich wegfallen, ist schnelles Reagieren super wichtig: und zwar mit der Herzdruckmassage Unsicherheit Nummer 3: Wann mache ich eine
3:51 Herzdruckmassage? Wir kennen sie aus vielen Filmen und viele haben sie auch schon im Erst-Hilfe-Kurs schonmal gemacht. Auch hier ist oft Unsicherheit im Spiel oder Angst, der Person dabei wehzutun oder was falsch zu machen. Aber erstmal: Wann ist sie wichtig: Das ist dann der Fall, wenn die Person nicht mehr ansprechbar ist und ihr weder seht noch spürt, dass sie atmet. Ist keine Atmung da, ist der Notruf erstmal das Wichtigste. Dann kann die Herzdruckmassage starten. Dafür drückt ihr auf den Brustkorb und da könnt ihr ruhig schon tief drücken, optimal 6 Zentimeter, wenn mal ne Rippe knackt oder sogar bricht, ist das nicht schlimm. Es geht hier schließlich um Leben und Tod. Außerdem kann es helfen, nicht aus den Oberarmen zu drücken, denn das kostet euch ordentlich Kraft, gerade, wenn ihr das dann länger macht.
4:37 Kraftsparender kann es für euch sein, euch mit eurem Oberkörper quasi nach vorn zu beugen und zu drücken. Also ihr drückt zum Beispiel im Takt zu "Staying alive". Warum "Staying Alive"? Weil der Song genau 100 Beats pro Minute hat und das ist genau das richtige Tempo ist, in dem ihr drücken solltet. Drückt 30 mal in diesem Tempo und beatmet dann zweimal. Hier gilt die Mund-zu-Mund oder Mund-zu-Nase-Beatmung. Das andere jeweils zuhalten und zweimal langsam und gleichmäßig reinpusten. Dann weiterdrücken. Wenn die Beatmung mal nicht möglich ist, z.B. weil die Person im Gesicht verletzt ist oder erbrochen hat oder man das selbst einfach gerade in der Situation nicht hinkriegt, dann einfach immer weiterdrücken bis der Rettungsdienst da ist.
5:23 Unsicherheit Nummer 4: Notruf! Wie und wann macht man den? Die 112 ruft ihr immer bei medizinischen Notfällen. Das ist übrigens etwas, was ich selbst schon mitbekommen habe, dass es manchmal echt lange dauert, bis der wirklich abgesetzt wird. Aber der Notruf ist nach Absicherung der Unfallstelle immer das bei einem Notfall, was schnellstmöglich passieren sollte. Da könnt ihr auch andere, die da sind, klar mit einbeziehen, wer von denen den Notruf machen soll. Hier am besten so direkt wie möglich ansprechen, dann wird meistens besser reagiert. Übrigens müsst ihr euch beim Notruf gar nicht wegen der 5-W-Fragen verrückt machen! Einfach die 112 wählen, auf der anderen Seite ist ja ein Profi. Ganz wichtig am Ende ist nur das „Warten“, also nicht einfach auflegen, weil vielleicht
6:12 hat der Rettungsprofi noch eine Frage an dich. Der wird euch alles fragen, was er wissen muss. Außerdem könnt ihr beim Notruf auch fragen, was ihr tun könnt, wenn ihr gerade selbst in der Situation überfordert seid und eurer Fragenkarussell auf Hochtouren läuft. Also nicht davor scheuen, anzurufen! Gerade dann nicht, wenn ihr euch unsicher seid! So ihr Lieben, das waren vier Unsicherheiten, zu denen ich öfter schon Fragen bekommen habe oder es miterlebt habe. Bei der Ersten Hilfe darf übrigens nie der Selbstschutz vergessen werden! Deshalb ist es immer wichtig, dass ihr euch einen Überblick über die Situation verschafft: Brennt es? Liegt der Betroffene auf der Straße? Dementsprechend gilt es zu handeln und weitere Gefahren zu vermeiden. Und eine Herzenssache möchte ich euch noch mitgeben! Sprecht mit der Person, die gerade eure Hilfe braucht und hört ihr zu, sollte sie sprechen
7:02 können. Damit könnt ihr schon viel Gutes tun, weil die Person einfach merkt, da ist gerade jemand, der sich um sie kümmert, ich bin nicht allein in meiner Situation. Man darf einfach nicht vergessen, wie sich vielleicht gerade der oder diejenige fühlt. Der Mensch hat Schmerzen, vielleicht auch Angst. Also zeigt ihm einfach, dass ihr da seid! Übrigens sind Schaulustige in solchen Situationen für den Betroffenen alles andere als angenehm – und für euch vielleicht auch nicht! Die darf man dann auch ruhig mal freundlich aber bestimmt abweisen oder ihnen konkrete Aufgaben geben wie den Notruf abzusetzen, die Unfallstelle abzusichern, oder vielleicht auch Angehörige des Betroffenen zu informieren. Und weil das hier natürlich nicht alles zum Thema Erste Hilfe war, habt ihr vielleicht noch Fragen oder Unsicherheiten, auf die wir eingehen sollen –bitte her damit.
7:50 Ich mach super gern ein zweites Video, damit wir einfach alle gut gewappnet sind, um einander helfen zu können. Machts gut, euer Felix!